Archiv für Juli 2005

crazy conservatives

(via Ruthless Forum)

ok, sich in deutschland kritisch zu us-amerikanischen ultrakonservativen zu positionieren, ist weder originell, noch nötig noch sonstwas. eher hat es was von eulen nach athen tragen, und nährt wohl auch fast schon zwangsläufig deutschpatriotische tendenzen, sich über die zurückgebliebenen USA zu erheben. trotzdem: der lunatic fringe der rechten in den USA ist nun mal weitaus unterhaltsamer als der hierzulande. ich kenne jedenfalls wenig unterhaltsamere beispiele für paranoide ängste als
diese neue us-konservativen comic-serie:

Keenly merging real-life heroes of the Conservative Right with an Orwellian future of Leftist oppression:

It is 2021, tomorrow is the 20th anniversary of 9/11. America is under oppression by ultra-liberal extremists that have surrendered governing authority to the United Nations. It is up to an underground group of bio-mechanically enhanced conservatives led by Sean Hannity, G. Gordon Liddy and Oliver North to thwart Ambassador Usama Bin Laden’s plans to nuke New York City .

gegen diese synopsis nimmt sich sogar der der plot des klassichen red-scare films der 80er, Red Dawn, wie an ausbund an realismus und zurückhaltung aus

früher war es auch nicht besser…

(via lysis)

wer beobachten möchte, wie sich einige der exponiertesten vertreter der radikalen linken mal so richtig lächerlich gemacht haben, dem seien zwei (1, 2) ausschnitte aus dem video zum konkret-kongreß ans herz gelegt. während Wolfgang Pohrt bedauert, dass deutsche jugendliche brandanschläge begehen, statt sich gegenseitig zu verhauen oder mädchen zu begrabschen, schreit ein energischer Karl Held seine staatsableitung über die „ausländeranzünderei“ heraus ( ja, das ist sprachkritik, völlig absichtlich), worauf ihn ein keifender Gremliza eine „sportpalaststimme“ vorwirft, und das video immer wieder bilder gelangweilt spielender kleinkinder einstreut. die völlige unfähigkeit gemeinhin als intelligent (zu recht?) geltender leute, irgendwie eine kommunikative basis zu finden, oder sich sogar völlig absichtlich mißverstehen zu wollen, was in in absurden vorwürfen gegenüber Karl Held kulminiert, lässt zumindest eine gewisse beruhigung aufkommen: schlimmer geworden ist es eigentlich gar nicht.

falls der ftp-download irgendwann nicht mehr funktionieren sollte:
hier und hier die entsprechenden emule-links. ich behalte die files auf release

also doch…

tja, nun habe ich tatsächlich mit meinem blog begonnen. war ja auch auch sehr naheliegend – fast alle leute, die mit mir etwas näher zu tun haben, werden wissen, dass ich doch recht mitteilungsbedürftig bin. öfters auch zu deren leidwesen…

dass ich nicht früher angefangen habe, dürfte wohl an meiner abneigung gegenüber aufzeichnungen jeder art liegen. nie tagebuch geführt, nie fotos gemacht oder gemocht… aber ich denke, gerade jetzt könnte etwas strukturierte introspektion gar nicht schlecht sein (was hemmungsloses rumgelabere über nutzlosen kram auf keinen fall ausschließen soll)

auslöser, jetzt tatsächlich zur tat zu schreiten, war eben das erlebnis , dass sich nach wochen und monaten ganz plötzlich die bis dato in ihrem umfang von mir nicht wirklich erfasste (oder nicht wahr gehabt wollende?) wolke von leichter bis mittelschwerer verstimmung von mir hob, die sich in den letzten drei tagen immer mehr verdichtet hatte. ausgeglichene gelassenheit & leichtigkeit haben sich zurückgemeldet, und die schwarzen (und unsinnigen) gedanken über einsamkeit und sich-nicht-geliebt-fühlen vertrieben. das fühlt sich verdammt gut an, so als ob sich eine fahrradkette nach dem hochschalten doch mal endlich wieder dazu entschließt, so richtig ins ritzel einzurasten: alles fällt viel leichter (na ja, so viel gab es in den letzten 4,5 h ja auch nicht zu tun…). obwohl hundemüde, fühle ich mich nach langer zeit zum ersten mal so richtig nicht mit der welt auf kriegsfuß.

ort & umstände, eine „alternative“ großraumdisco mit eher mittelmässig interessantem programm, lassen eine erklärung eigentlich nicht wirklich zu – auch wenn jeder Abend, an dem ich auf der tanzfläche sowohl mit Slayer als auch den White Stripes konfrontiert werde, so schlecht gar nicht werden kann; evt aber schon eher die tatsache, mich mal endlich wieder in echt mit leuten umgeben zu haben, die mich vielleicht sehr oft auch nicht verstehen, aber trotz allem schätzen. oder irgendeien drüse irgendwo in meinem körper hat einfach begonnen, irgendwas mehr oder weniger auszuschütten. wer kann so etwas schon so genau sagen; der krasse unterschied bei der beurteilung ein und desselben sachverhalts zwischen gestern morgen und nun ist beeindruckend und gleichzeitig nicht nur ein bißchen erschreckend. wirklich beunruhigend, wie wenig wir oft doch wirklich herr im haus unserer eigenen psyche sind.

dabei sind mir kürzere intervalle von größeren stimmungsschwankungen nicht unbekannt, diese erstreckten sich meist aber nur über wenige stunden, und fühlten sich in ihrer vehemenz und situationsunabhängigkeit nach nichts anderem an als schwankungen des chemischen gleichgewichts in meinem gehirn. aber erst in der rückschau wird mir bewusst, wie eingefärbt meine wahrnehmung in den letzten paar monaten wohl eigentlich war. verrückt, oder? ich werde das weiter beobachten; und mir evt ein wenig literatur zum thema „depression“ anschauen. angesichts der häufung dieses krankheitsbildes in meiner familie sollte ich da besonders wachsam sein. nun denn, genug der introspektion für jetzt…

im nachtbus kam zu guter laune endlich ein guter einfall für den namen dieses blogs dazu. wie viele gute einfälle lag er eigentlich auf der hand, sowohl was die bedeutung angeht (mein talent, leute mit worten (auch unabsichtlich) verletzen zu können, ist nicht zu bestreiten), als auch die tatsache, in den letzten wochen diesen song nicht gerade selten im ohr gehabt zu haben. mehr zu Morrissey und der namenswahl später…

eigentlich wollte ich ja so richtig erst mit dem blog loslegen, wenn ich die äussere erscheinung meinen vorstellungen angepasst habe (wofür ich auch noch ein wenig hilfe gebrauchen kann), aber wozu ein perfektionismus im virtuellen raum, den ich in echt auch nicht aufweise? work in progress is doch auch ok. und andere leute dekorieren ja auch öfters mal um…

links und so kommen in den nexten tagen hinzu, und evt sogar mehr inhalt. das hier soll übrigesn ein recht schamlos persönliches dies-und-das-blog werden; neben dem ein oder anderen interessantem web-fund kommt wahrscheinlich bald mein missionierungsdrang betreffend zu hörender und lesender kunstprodukte ganz stark durch. jedenfalls bestimmt mehr als politische aufklärung – die gestaltet sich einfach viel schwieriger. und irgendwie auch langweiliger.

ach ja, beinah das wichtigste vergessen:
katze mit geschmack