Archiv für August 2005

gott hat auch keine ideen mehr…

kinky comics

ich bin gerade etwas albern, und möchte euch die quelle meiner nicht gerade besonders anspruchsvollen erheiterung nicht vorenthalten:

noch mehr merkwürdige beispiele hier

was substanzielleres über Wacken evt später

bier, schlamm, heavy metal & antisexistische queerparty

so, bis sonntag abend gibt es hier erst mal nix zu neues zu lesen, denn ich bin (zum 5. mal inzwischen!) auf dem Wacken Open Air – und sogar backstage auf dem pressecampingplatz, ha! dh tolle bands gucken (Machine Head! Suffocation!), moshen, luftgitarre spielen, ganz viel „SLAAAAYEEEEEER“ und „HEEELGAAAAA“ schreien, grillen, gröhlen, eklige dosengerichte verzehren, und was es an festival-kompatiblen niveaulosen freuden sonst noch so gibt – männer mit sixpacks zB:

ein ist jedenfalls klar: ein festival, bei dem auch leute wie die hier oder sogar gute freunde von mir als pressevertreter akreditiert werden, ist eh jenseits von gut und böse. wird das herrlich primitiv… was adorno wohl dazu gesagt hätte? ach, scheißegal.

nur eins ist etwas blöd an der sache: ich verpasse so „Genderterror meets Ladyfest“, und lerne somit auch nicht die Probierung kennen. wird bestimmt nE ganz tolle/s/r vortrag/konzert/party, und eine geheimnisvolle intuition verrät mir, dass die chancen gut stehen werden, den song, der diesem blog den namen gegeben hat, da zu ohren zu bekommen. und gaaanz viel anderen tollen kram. also, geht hin, wenn ihr könnt!

zunehmende regression

(via x-berg)

angesichts von Jürgen Elsässers jüngsten ergüssen zur Lafontaine und WASG-apologie fällt es mir verdammt schwer, Jürgen Elsässer keine kollision mit einem schweren stumpfen gegenstand zu wünschen. ach was, ich tu’s *)

sätze wie

Der Fordismus war vor allem ausländerfeindlich, der Neoliberalismus ist vor allem inländerfeindlich (wobei, um es noch einmal zu betonen, unter Inländer auch die hier lebenden Arbeitsimmigranten zu fassen sind)

möchte ich ja eigentlich fast nur noch pathologisch verstanden wissen. das abrutschen einer nicht gerade kleinen anzahl der exponiertesten mit-90er antideutschen zu hundsgemeinen deutschen deppen (wenn auch unter unterschiedlichen bannern) kommt aber teilweise vielleich gar nicht so überraschend. bei genauerer betrachtung finden sich da so einige rote fäden. so setzt elsässer mit

Wenn ein paar albanischen Drogendealern oder anderen UCK-Kriminellen ihre Sozialhilfe hierzulande entzogen würde und sie ersatzweise wieder im Kosovo ein Auskommen finden oder – noch besser – in einem Belgrader Gefängnis Tüten kleben müßten, wäre das doch eigentlich eine feine Sache, oder?

eigentlich nur seine albaner-fresser-linie aus alten konkret-tagen fort.

was sich auch wieder bahn zu brechen scheint, ist die alte begeisterung bewegungslinker für das volk:

Was not täte, wären Konzepte gegen diese Inländerfeindlichkeit, Konzepte zur Gewinnung der Normalos. Lafontaine hat dazu einiges vorgelegt, das man mit Gewinn einer sozialistischen Kritik unterziehen könnte. Doch dazu müßte man sich erst einmal auf diese Schwerpunktsetzung einlassen – anstatt weiter die Steckenpferde aus dem linken Kindergarten der neunziger Jahre zu reiten.

die dichotomie „innen“ (bevölkerung) gegen „aussen“ (der rest) wird ohne auch nur mit der wimper zu zucken übernommen. und mit was für „konzepten“
für „normalos“ gedacht ist, möchte ich eigentlich gar nicht mehr wissen.

*) und hier sei der name des blogs nicht programm, die zeile „I was only joking/ when I said by rights you should be/ bludgeoned in your bed“ aus dem gleichnamigen song gilt hier nicht

ertappt

MPunkt hat ja schon nicht unrecht, wenn er mir vorwirft, dass mein beitrag zum konkret-kongress an einer stelle etwas arg elliptisch gehalten war. ja, ich störe mich daran, wenn Karl Held in aller öffentlichkeit flappsige bis zynische formulierungen wie „die ausländeranzünderei“ oder „was macht ihr euch verrückt wegen ein paar Zündeleien!“
benutzt – auch wenn er das gleichzeitig durch seien offenbare empörung über diesen sachverhalt konterkariert.

sprache ist eh etwas, an dem GSP und MG , als deren vertreter Karl Held nun mal gelten kann, krank(t)en: sprache, die sich irgendwo zwischen zynismus, bemühter flapsigkeit und bewussten pc-verstößen („neger“) bewegt, und in mir immer wieder ekel vor jargon auslöst. das ist um so bedauerlicher, als dass sich dort in gar nicht so wenigen texten einige wertvolle argumente verbergen. die werden einem allerdings durch das auftreten der üblichen GSP-adepten recht schnell verleidet

wahrscheinlich werde ich für diese formkritik jetzt dicke gescholten; etwas anderes wäre auch nicht zu erwarten von leuten, die einem verein die stange halten, der nun schon seit jahrzehnten darauf wartet, dass der berg zum propheten kommt, und jede reflektion darüber, ob nicht möglicherweise die form der argumentationsvermittlung zumindest mit ein teil des problems ist, scheut wie der teufel das weihwasser. wer ernsthaft glaubt, man müsse nur den leuten die richtigen argumente aggressiv vor den latz knallen, der ist eigentlich völlig ungeeignet für jede form von politik. dass soll kein plädoyer dafür sein, auch nur ein jota der kritik aufzugeben; aber es ist dringend notwendig darüber nachzudenken, wie diese kritik zu formulieren ist, dass die leute sich ihrer annehmen. der ton macht nun mal die musik.

ps: dass Karl Held es trotzdem nicht verdient, absurderweise von Gremliza als mitverantwortlich für die pogrome bezeichnet zu werden, habe ich in meinem alten beitrag übrigens schon erwähnt. MPunkt muss sich seinerseits gefallen lassen, ein schlechter leser zu sein, wenn ihm das nicht auffällt, vor lauter aufregung darüber, dass ich – wenn auch sprachlich sehr ungenügend – seinen Helden kritisiert habe.
pohrt & gremliza exerzieren in diesem video vor, wie sie eine kritik, die ihnen nicht passt, einfach nur rhetorisch auflaufen lassen. an einer wirklichen erklärung, was rassismus, kapitalismus & nationalismus verbindet, sind sie nicht interessiert, sie konstantieren lieber einen „webfehler“ der deutschen. spiegelbildlich zu held, der sich selbst nicht die frage stellt, warum denn rassismus in deutschland so kurz nach der wende einen so viel drastischeren charachter annahm als anderswo in kapitalistischen verhältnissen, kommen sie selber nicht darüber hinaus, so ein verhalten nur über das rekurieren auf ns-traditionslinien überhaupt skandalisieren zu können. statt darauf zu kommen, dass man beim betrachten von mörderischem rassismus in deutschland sowohl dessen nationale besonderheiten als auch dessen gemeinsamkeiten mit rassismus an anderen orten kapitalistischer vergesellschaftung anschauen müsste, bewegen sich beide parteien hier in ihrem gemütlich eingerichteten theorie-eckchen.