Archiv für September 2005

igitt

hermelinleder hat völlig recht: diese neue kampagne für neuen hippen nationalismus ist mal so richtig widerlich:

Warum feuerst du dann deine Mannschaft im Stadion an, wenn deine Stimme so unwichtig ist? Wieso schwenkst du Fahnen, während Schumacher seine Runden dreht? Du kennst die Antwort: Weil aus deiner Flagge viele werden und aus deiner Stimme ein ganzer Chor.

Du bist von allem ein Teil. Und alles ist ein Teil von dir.

Du bist Deutschland.

[…]

Egal wo du arbeitest. Egal welche Position du hast. Du hältst den Laden zusammen.

was für eine verblödende scheiße. aber ist ja klar: vereinnahung ins nationales kollektiv muss ja sein – das finden auch ca. alle printmedien dieses landes. der werbespot, der uns ab di pausenlos terrorisieren wird, hat in seiner regisseurin aber auch offenbar eine richtig fähige urheberin:

2002-2004: Promotion zum Thema „Moderne Vergangenheitsbewältigung totalitärer Systeme“

da scheint jemanden der übergang von theorie zur praxis exzellent gelungen zu sein…

guter abend

also, wenn mensch nach 10 wochen einen anderen tollen menschen wieder trifft, und beide die kommunikation direkt nahtlos da wieder ansetzen können, wo sie zuletzt waren, ist das schon toll. gerade wenn sich das gespräch, was das bälle zu spielen angeht, auf wimbledon-niveau bewegt *) , sich einige gemeinsamkeiten auftun, und wenn das gegenüber meine witze goutiert, und ein grinsen trägt, das zu sagen scheint: ja, im gegensatz zu viel zu großen teilen der restmenschheit sind wir gerade interessant & geistreich – dann kann mensch wohl von nem guten abend sprechen

und wenn ich selbst dann merke, als ich in der sbahn sitze, wie wenig drängend & nervend sich das schon monate alte ansinnen ausnimmt, da jetzt unbedingt mehr als ne freundschaft draus machen zu wollen, dann ist das einfach schlicht & ergreifend beruhigend, für einen moment einfach mal zufrieden sein zu können, und sich keinen kopf zu machen, was noch kommen könnte/sollte. mal abgesehen davon, dass dieses ansinnen eh reines wunschdenken darstellt, weil die person glücklich liiert ist, und keine anzeichen existieren, dass dieses interesse geteilt würde. egal. ich freu mich trotzdem, einen interessanten menschen wieder getroffen zu haben, das ist die hauptsache.

ach so: das „the queen is dead“ album der smiths ist übrigens äusserst empfehlenswert zur herbstmorgendlichen heimkehr nach durchgemachter nacht. und bestimmt nicht nur, weil der blog-namensgebende song darauf ist

*) eigentlich ist diese metapher grauenhaft, weil beim tennis ja gerade der witz ist, dass der gegner den ball nicht kriegt. aber ich nicht ausgeruht genug für bessere bilder