changes

samstag abend mal wieder ne alte freundin besucht. brauche für so was irgendwie zZ immer n anlass, diesmal war es ein geliehenes buch. drei erkenntnisse gewonnen:

a) Tony Montanas weisheit in Scarface (übrigens das remake eines ebenfalls sehr tollen 1932er gangsterfilms)

Capitalism means getting fucked

macht sich immer mehr auch bei leuten in meiner direkten umgebung bemerkbar. berufsbedingte körperliche schäden nach 1 1/2 jahren ausbildung sind wirklich überdurchschnittlich mies. dazu schlaucht der job schon so ungemein. über schleichwege (fast buchstäblich so zu nennende) kommt dazu noch die info, dass das arbeitsamt fortbildungsmaßnahmen bei körperlichen schäden nicht übernimmt, sondern leute zur lokalen xxx-kammer weiterschickt, die aber kein geld hat. bleibt als nur vom boss gekündigt werden (wird klappen), und auf fortbildung hoffen. und die daumen drücken, dass so was nicht dabei rauskommt (nebenbei: dicken applaus für Dein blog, h|a)

b) trotzdem sind manche leute auch unter solchen widrigen bedingungen zu veränderungen und leistungen fähig, die mensch ihnen so nicht zugetraut hätte. ich hätte noch vor jahresfrist nicht geglaubt. dass sie, die vielleicht technophobeste person, die ich überhaupt kenne, sich innerhalb nicht mal einem jahr ausrüstung für digitale fotografie, mindestens sehr ordentliche photoshop-kenntnisse…

(eigentlich gibt es an dieser stelle weder einen alleinstehenden baum. noch einen hügel. ich bin nicht mal sicher, ob der nebel echt ist)

…ein e-mail-postfach, eine dsl-flatrate, ein online-fotoalbum und jetzt sogar ein notebook mit hochleistungsakku und superhoher auflösung aneignet – wenn ich daran zurück denke, dass sie noch vor 3 jahren meinte, sie würde niemals auch nur tippen lernen wollen…

mich freut das insbesondere deswegen so, weil es eindeutig belegt, dass leute auch jenseits der 20 sich noch deutlich ändern können. und die vorstellung, wie sie mit dem computer auf dem schoß auf der nächsten halde unterm baum sitzt und ihre fotos ihrer phantasie (wo natur, „magie“ und so kram etwas viel platz einnehmen) mit hilfe höchstentwickelter technik entsprechend um gestaltet, finde ich sehr sehr komisch und absurd

c) sie & ihr langjähriger freund heiraten wahrscheinlich im sommer. bei anderen leuten würde ich wahrscheinlich „oh nein“ denken (und angesichts meiner besonders ausgeprägten höflichkeit sogar sagen…), aber bei den beiden ist das was anderes. zwar verstehe ich den gedankengang nicht ganz, da sich dadurch wohl eh nichts ändern wird, und ich nicht so wirklich verstehe, was ein vor vertretern des staates geschlossener vertrag so tolles sein soll, insbesondere, wenn die formel von „bis der tod euch scheidet“ zu „solange ihr spaß dran habt“ geändert werden soll – aber ist ja auch egal. wenn’s ihnen gefällt… vor Allem sind die beiden als paar sehr erträglich: ihre zuneigung zueinander wird niemandem verborgen bleiben, trotzdem hängen sie nicht aufeinander wie die kletten, und nerven einfach nicht. alles eigenschaften, die viele paare leider nicht aufweisen – glücklicherweise habe ich bisher vermieden, zu viel mit dieser anderen spezies zu tun zu haben. für die habe ich nämlich nur verachtung und ein zitat der Lassie Singers übrig:

Pärchen verpisst euch/keiner vermisst euch

hoffe, wird ne nette hochzeit. ich mag gute parties


1 Antwort auf „changes“


  1. 1 Mau 20. Dezember 2005 um 10:51 Uhr

    Jetzt fehlt nur noch der Rock‘n'Roll. Aber der kommt bestimmt wieder. Hoffe ich.

Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.