Grigat in Oberhausen

habe eben einer vorstellung des buches „Feindaufklärung und Reeducation Kritische Theorie gegen Postnazismus und Islamismus“ beigewohnt.

im gegensatz zu der veranstaltung, bei der kristi* war, wurde dabei rassismus nicht angesprochen (angesichts von kristis ausführungen wohl auch zu verschmerzen), sondern handelte es sich, als heimspieleffekt wohl angeleitet durch das recht eindeutig antideutsche publikum des antifacamps, größtenteils um ein recht argumentfreies abgefeiere der kritischen theorie bzw. ihrer angeblichen aktuellen wiederbelebung in form obigen sammelbands, gespickt mit polemischen ausfällen gegen andere theorieformationen.

gerade klassiker wie der adorno-satz, hass auf die psychoanalyse sei verborgener antisemitismus, wirkten in diesem zusammenhang wie hermetisierung erster güte. ansonsten bewies Grigat mal wieder seine fachkenntnis über islamismus, der ja nur eine radikalisierung des islams darstelle, und für den er vorläufig den begriff „umma-sozialismus“ vorschlug (ich bin leider nicht mehr dazu gekommen, zu fragen, inwiefern denn zB der Iran ein sozialistischer staat sei), und islamophobie, wo er den begriff – in verkennung des unterschieds zwischen genese und geltung – dadurch zu desavourieren versuchte, seinen ursprung begriffsgeschichtlich bei den iranischen Mullahs zu suchen. sehr komisch war auch, bei einem camp, wo die zu erwerbenden IDF-T-Shirts einen bereits am anmeldetisch des infopoints begrüssten, jede vorwurf der überidentifikation für unsinnig zu erklären. Grigats versuch, einen angeblichen zionistischen imperativ zu konstruieren, fiel vor allem durch wirre und länge auf. die üblichen floskeln über friedensbewegung als volksgemeinschaft uÄ. kamen auch noch.

welchen argumentativen nährwert & relevanz das zitieren 35 jahre alter, größtenteils aus briefen und zeitungsartikeln zusammengesuchten 3zeiler von autoritäten der KT für den Libanonkrieg haben sollte, weiß wohl nur Grigat selbst. meine frage, ob denn der antisemitismus im nahen osten wirklich mit dem am deutschen und europäischen entwickelten begriff der KT wesentlich identisch sei, bejahte er, nicht ohne hinweis auf den für ihn wohl dogmatisch feststehenden satz, man dürfe antisemitismus ja nie aus den handlungen der juden herleiten (wäre vielleicht schön, wenn einige postantideutsche sich das zur abwechslung bei rassismus gegen migranten hierzulande auch einleuchten lassen würden. schaden würde es wohl nicht). nach einem kleinen „ausrutscher“ über das ukrainische und baltische „Pack“ der „Hilfsvölker“ ging es dann weiter mit nicht wirklich falschen ausführungen zum antisemitismus in palästina, wobei das angesichts des publikums wohl ein absolut überflüssiges „preaching to the converted“ darstellte. ob irgend jemand in dem raum noch nicht vom SS-Mufti gehört hatte, darf bewzeifelt werden.

insgesamt a complete waste of time. Weiterempfehlen kann ich dafür Ingo Elbe von der roten ruhr unider vorher einen kompakten, überzeugenden einstiegsvortrag zur entwicklung des marxismus von 1878 an gehalten hatte


2 Antworten auf „Grigat in Oberhausen“


  1. 1 bigmouth_strikes_again :: grigat leider schon wieder in oberhausen :: Januar :: 2007 Pingback am 15. Januar 2007 um 11:24 Uhr
  2. 2 Diese Linke ist so fies! at Fraktale Pingback am 23. November 2007 um 13:56 Uhr
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