Archiv für August 2006

bestimmt gut gemeint, aber…

gerade im städtischen wäldchen rum gelatscht. am parkplatz hing einer dieser repräsentationskästen vom örtlichen fitness-verein. darin fotos von einem stadtlauf im letzten jahr, mit der unterschrift „wir laufen für kinder mit muskelerkrankung“. kommt mir das nur so vor, oder könnte man das auch als ein riesiges „ätsch“ auslegen?

endlich mal was über sex (wenn auch nicht meinen)

die autorin eines der beiden sex-blogs, die ich linker hand verlinke, hat ein buch herausgebracht, in dem sie ihren bloginhalt verarbeitet hat (cover & amazon-link rechts unten). ihr blog war auch ziemlich populär, und das buch scheint ein grosser erfolg zu sein, was mich freut. aber ihre anonymität ist der britischen yellow press natürlich nichts wert, und frauen, die so über ihr sexleben schreiben, gehören in den augen der redakteure ja auch gekreuzigt. seit zwei wochen ist ist „Abby Lees“ leben also einigermassen drunter und drüber, und sie ist berechtigterweise verdammt sauer. ihre antwort besteht aus einem artikel im independent und einem interview im Guardian, und beides finde ich recht interessant. der implizite politische anspruch, den so ein blog mit dieser thematik in dieser gesellschaft für eine frau automatisch mit sich bringt (auch ein grund, warum ich das überhaupt verlinke), ist ihr nämlich klar bewusst:

I did think, all along, that maybe the women who would read Elle, or whatever, would pick up the book thinking it was chick-lit, and get politicised. That was always my hope, to have a political subtext in there, packaged up. A spoonful of sugar, you know … Feminism has such a bad reputation, and it’s seen as so unpalatable. How could you get it on the front page of anything?

(quelle)

vielleicht ist dieser ansatz, der ja für 3rd-wave-feminismus nicht gerade ungewöhnlich ist, zum scheitern verurteilt, weil er doch noch recht viel affimiert, und sich leichter gesellschaftlich einspannen lässt. weil radikal ist er eher gar nicht. aber vielleicht ist das immer noch das erfolgsversprechende, was zur zeit so möglich ist. und interessant zu lesemn isses auf jeden fall.

merkwürdiger aphorismus, eingefallen gerade im treppenhaus

jedem gefühl, das schon mal von Klaus Meine besungen wurde, ist schon deshalb mit mißtrauen zu begegnen, weil es damit eigentlich als trivial, alltäglich, gemein und damit entwertet offenbart ist

(ich sage nicht, dass der aphorismus sinn macht, aber er wollte raus. und ich fand den auftritt auf dem Wacken sogar gut)

freund & feind

schon letzte woche nervte mich ja das transparent „kein frieden mit den feinden israels“ auf der gegendemo gegen die npd-mahnwache in bochum. und auch der bei nada verlinkte text passt mir nicht so recht. warum? nun, weil die gleichen leute, die sonst immer uneingeschränkt solidarisch sein wollen, damit implizit Israel etwas abverlangen, nämlich im dauerkriegszustand weiter zu leben. Israel hat schon häufiger frieden mit seinen feinden geschlossen – nicht unbedingt zu seinem schaden. und Sadat hatte noch 6 jahre vorher öffentlich verkündet

They were the neighbours of the Prophet in Medina….But in the end they proved that they were men of deceit and treachery, since they concluded a treaty with his enemies, so as to strike him in Medina and attack him from within…. They are a nation of traitors and liars, contrivers of plots, a people born for deeds of treachery.

was soll also diese (unbeabsichtigte) politikberatung? sonst heißt es doch auch immer, dass israel (wer da eigentlich? die mehrheit? die regierung? olmert?) schon am besten wüsste, was „es“ zu tun habe (was übrigens auch schon eine ganz komische logik ist). dann bitte auch konsequent sein!

was zum lachen

wer die unfreiwillige komik von schlechtem adorno-epigonentum und hobby-psychoanalyse in kombination goutieren möchte, der möge dieses blog lesen