23c3 & berlin

eine woche berlin und 4 tage ccc-kongress sind eigentlich gute gründe, mit dem bloggen wieder anzufangen. zum cc23c isses fast schon zu spät, da wurde von freunden/bekannten von mir schon einiges relevantes zu gesagt (gute übersicht hier, classless‘ berichterstattung wäre noch zu erwähnen) – und ich habe bisher nich mal technorati bemüht, um mehr zu suchen.

voll und chaotisch war es jedenfalls…

(fast) alle streams sind zZ noch zu downloaden (übersichtsseite, evt gehen die v mir einzeln verlinkten dateien in bälde off, dann müsst ihr euch halt alternativen suchen), ich empfehle als unterhaltsam und spannend insbesondere den schon v sv, scrupeda und sammelsurium zu recht abgefeierten vortrag von annalee newitz (schade, (noch?) nich online), die sozioanthropologische sicht auf die nerds

und einen vortrag über soziale interaktion in world of warcraft (bestimmt für j und c interessant). spannend bei den eher technischen themen: sehr coole, einfach zu bedienende billige video-überwachungsdrohnen bald für fast jedeN (die aussichten für demos alleine…), und den ausbau des anonymisierungs-netzwerks TOR für die nutzung durch dissidenten in zensurbegeisterten staaten

sehr bald stellten sich die üblichen festival-probleme ein: viel zu viele interessante sachen, ganz viel parallel, und morgens kommt man nich ausm bett, weil man zu lange gesoffen hat (oder sich in neukölln verirrt – war aber eher spannend). aber soziale interaktion ist ja auch eine der sachen, die ich in Berlin anstrebte. maledei, lysis, zeank und abdel kader stellten sich (wenig überraschend) als angenehme gesprächspartner heraus.

auch das open-air-phänomen, stundenlang gemütlich zu versacken, stellte sich ein. orte der wahl waren die v cr betreute go-lounge (leider spielen nicht ausprobiert), der nrw-indymedia-stand (dass indymedia mitunter so bekloppt ist, liegt eindeutig nicht an diesen leuten) und vA der grüne-kraft-bücherstand, wo sich classless und scrupeda in der „fleischwelt“ als sehr angenehme und sympathische menschen entpuppten.

ich bin schon sehr gespannt auf classless‘ vortrag demnächst hier im pott – trotz existierender (wenn auch nicht gigantischer) politischer differenzen. ob ich ihren vortrag auch beim zweiten mal anschauen als eher verwirrendes (aber äusserst amüsantes) polit/philosophiekabarett wahrnehme, wird sich noch zeigen…

so viele technisch begeisterte, nicht unbedingt an herkömmliuche legalitätsauffassungen gebundene leute

auf einem haufen zu sehen, fast alle in ihren laptop vertieft, und viele offenkundig nicht all zu sehr um ihr äusseres bemüht, war schon interessant. unbekannte leute kennen gelernt habe ich nicht wirklich – aber das tue ich eh selten ohne anlass…

viel zu spät kommt an dieser stelle noch der dank an Ls exemplarisch tolle, freundliche und angenehm unstressige xberger hinterhaus-wg. ich habe mich extrem wohl gefühlt, und nette menschen kennen gelernt. also dicker gruss an L, M, A & A, ihr seid super.

das neue jahr sehr unzeremoniell an einer moabiter straßenkreuzzung auf dem weg zur knastsylvesterdemo zu begrüssen, gefiel mir auch sehr gut. die berliner knallen tatsächlich so viel im vorraus, dass mitternacht ohne uhr einfach nicht genau fest zu machen ist. ganz die bürgerkriegsatmosphäre, die xberg und neukölln zu diesem zeitpunkt erreichen sollen, war glücklicherwerise nicht fest zu stellen – die dutzenden böller in hofeinfahrten die tage vorher hatten mir gereicht. im k9 schloss sich eine nette party an – zwischenzeitlich war es so voll, dass die tanzfläche einem menschenflipper gleich kam, wo von selbst stehen oder tanzen überflüssig wurde. musikalisch waren die ähnlichkeiten zur genderterror in mülheim/ruhr frappierend – indieclassics, alternative rock, punk, wave/80s, Madonna. whrsch ist das einfach die linke mainstream-konsens-musik. noch hängt mir das ja nicht zum hals raus, hat halt vorteile, erst mit 22 die szene kennen gelernt, und vor seinem 20. lebensjahr seltenst eine disco von innen gesehen zu haben…

apropos musik: wo ich auch hinging, verfolgte mich dieses missy elliot/joy division-mashup:

coole leichenschändung…

die gemütliche wg-atmosphäre hielt mich dann leider davon ab, mich trotz netter e-mail mit schokolade zu verabreden, oder die mail auch nur zu beantworten (sorry an dieser stelle), und auch alle mir bekannten parallel zufällig in berlin anwesenden pottbewohner wurden von mir telekommunikationstechnisch größtenteils ignoriert – denn stress vermied ich die letzten paar tage gerne, mit ausnahme des gestrigen, wo ich mich in einer tour zu fuß vom alex übers brandenburgertor bis zu potsdamer platz persönlich davon überzeugen konnte, dass die preussen gestern und heute wenig ahnung von ästhetik und geschmack im archetektonischen bereich haben/hatten. die „neue wache“ wirkt im kontext von staatsoper und HU einfach nur bescheuert – als hätte jemand ein toilettenhäuschen als zentrale gedenkstätte gewählt. nicht, dass mir etwas an nationalem gedenken läge…

insgesamt also eine sehr sehr angenehme woche. konsumtechnisch nur wenig bleibende dinge erworben – einen schwarzen kapuzenpulli, und Foucaults „Überwachen & Strafen“ antiquariarisch. zum erwerb schwarzer kapuzenpullis empfehle ich ausdrücklich das m99 *) am görlitzer bahnhof – 8 verschiedene modelle. auch alles sonstige, was man so als „revolutionären grundbedarf“ deklarieren könnte, gibt es dort zu hauf. zwei meiner antifa-bekannten bekamen dort letzten sommer den gesichtsausdruck kleiner kinder im spielwarengeschäft. pfefferspray in 5 größen, ein dutzend verschiedene handschuhmodelle – sollte mensch mal gesehen haben…

ansonsten wollte ich noch erwähnen, dass IC(E)-fahren extrem angenehm ist. selbst mein riesenlaptop passt auf die tabletts am sitz. etwas doof: die an quantenlogik erinnerenden LED-anzeigen im ICE:

*) M99, Manteuffelstr.99, 10997 Berlin

PS: jemand hat sich als guter prophet erwiesen, der laden war wirklich schon zu:


9 Antworten auf „23c3 & berlin“


  1. 1 isabelle 03. Januar 2007 um 19:51 Uhr

    jaja, tsss ;)

  2. 2 sammelsurium 03. Januar 2007 um 20:09 Uhr

    Das mit den Geichtsausdrücken im M99 kann ich bestätigen: Wie in den 60ern beim WSV, halt auf Provinz-Antifa und Klopper-Accessoires statt Damen-Schlüpfer und Handtaschen.

  3. 3 bigmouth 03. Januar 2007 um 20:20 Uhr

    das schreckliche hc-t-shirt hatte ich ja fast schon wieder verdrängt…

  4. 4 ubik 03. Januar 2007 um 22:19 Uhr

    bin ich ja froh dass ich als „angenehmer gesprächspartner“ empfunden wurde…

  5. 5 classless 03. Januar 2007 um 22:32 Uhr

    Schön, daß Sie’s bei uns schön fanden. Always welcome…

  6. 6 nada 04. Januar 2007 um 14:54 Uhr

    schön, daß sie wieder da sind. wenn sie was zu lachen haben wollen wissen sie ja wo sie mich finden…

  7. 7 nh1 04. Januar 2007 um 17:49 Uhr

    ´s war mir ein fest, bzw uns :) btw ich hoffe das „lma&a“ hat nix mit lmaa zu tun ;)
    ps lieben gruss zurück

  1. 1 zpjeyftkxw Trackback am 11. Januar 2007 um 10:51 Uhr
  2. 2 Proxy Blogging // negative potential Pingback am 15. Januar 2007 um 18:56 Uhr
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