schlechter post-AD-rap und israelischer faschismus

(anmerkung: nach einigem nachdenken halte ich es für falsch, wie ich das den begriff „faschismus“ hier verwende, siehe hier)

Johnny Mutante macht nicht nur grauenvolle musik, sondern verfügt – sogar am niveau der heutigen (post)antideutschen szene gemessen – über eine mangelhafte politische urteilskraft, das zeigt sich uA in seiner myspace-verlinkung des israelischen Kahane-Anhängers David Ha‘ivri, eines fundamentalistisch-religiösen Faschisten, und ein wichtiger führer dieser bewegung in israel – einer älteren inkarnation dieser bewegung wurde 1988 in israel die teilnahme an knesset-wahlen verboten

Ha‘ivri setzt sich nicht nur für die Vertreibung der Palästinenser und die Annexion aller besetzten gebiete ein – da finden sich auch verschwörungstheorien, die erstaunliche parallelen zu stürmerartikeln über das verderbnis deutscher mädchen durch die juden aufweisen:

While statistics are obscured as to how many Jewish girls are being held in Arab villages, the estimation is that the number is in the tens of thousands. As part of the over-all war against the Jewish state, they systematically dispatch young Arab men to charm Jewish girls and take them back to their villages.

propaganda funktioniert halt immer recht ähnlich…

man kann johnny ja einfach zu gute halten, dass er zu dumm ist, sich seine myspace-freunde anzugucken. dann kann er das ja als konstruktiven vorschlag annehmen…

EDIT: nein, johnny ist sogar noch dümmer, als der stand der dinge gestern abend war. wie ich gerade sehe, hat er die myspace-freundschaft sogar vor einigen tagen freudig auf seinem blog verkündet. aufgefallen ist offenbar weder ihm noch seinen blogbesuchern irgend etwas. wow, ist das dumm, ich bin richtiggehend begeistert


14 Antworten auf „schlechter post-AD-rap und israelischer faschismus“


  1. 1 dissensprinzip 22. Januar 2007 um 1:09 Uhr

    langsam fängst du an, durchzudrehen, kann das sein? habe dir doch noch einmal ein statement gewidmet und appelliere damit an dich, mal ein einen gang zurückzuschalten: http://myblog.de/kritikundpolemik/art/4867134/Bigmouth_dreht_frei_

  2. 2 w 22. Januar 2007 um 1:34 Uhr

    Kenne weder Johnny M´s Musik noch seinen israelischen Homie, aber der Link zum Stürmer ist sowas von unnötig und ätschibätschi-mäßig, dass ich dissensprinzip fast recht geben muss. als ob nicht jeder nationalismus zumal im kriegszustand (mal ganz abgesehen von dem etwas speziellen hintergrund im fall israels) mit bildern von bedrohten frauen der eigengruppe, die aufgrund ihrer schwäche von fremden entführt und vergewaltigt werden, also als einfallstor des feindes dienen, arbeiten würde.

  3. 3 bigmouth 22. Januar 2007 um 1:43 Uhr

    in Ha‘ivris blog heisst es weiter:

    Often, they pretend to be Sephardic Jews, and only after they become romantically involved do they reveal their true identity. But by then it is too late. The girls have been drawn into their clutches [sic!], and eventually into their villages.

    ich hätte zumindest gerne zitate aus anderen quellen, die absichtliche verführung unbescholtener frauen als ausgeklügelte kriegstaktik darstellen. ich habe da tatsächlich nur stürmer-assoziationen.

  4. 4 w 22. Januar 2007 um 1:53 Uhr

    Pff, such doch selber, bin ich jetzt echt zu faul zu, aber sicher gibt es sowas. Schau dir doch mal an was im Kosovo-Krieg von Scharping kam: serbische KZ´s, gegrillte Föten, Schwangeren denen der Kopf abgehackt wird um damit Fussball zu spielen. Gerade Frauen und Kinder bzw. diese Kombi bzw. Sexualität/Geschlecht/Samen sind doch DAS herausragende Feld von rassist- bzw. bellizistischer Propaganda.
    In diesem Falle müsste man natürlich auch noch in Rechnung stellen, dass im Gegensatz zu den Deutschen 1939 oder 1999 die Israelis tatsächlich von ihrem Gegenüber bedroht sind und allen Grund zur Paranoia haben (zb Jugendliche, alte Frauen bzw als Männer verkleidete Frauen sowie Esel mit Sprengstoffgürteln) – was natürlich solchen Wahn wie den zitierten nicht legitimiert oder entschuldet, aber ein wahres Kernchen liefert und die Stürmer-Parallele noch falscher macht. Naja, wahrscheinlich wolltest du halt auch mal das prickelnde Gefühl genießen, Juden in die Nähe der Nazis zu rücken, ist halt irgendwie ein geiler Tabubruch …

  5. 5 bigmouth 22. Januar 2007 um 2:16 Uhr

    ich rücke keine „juden“ in die nähe der nazis, sondern erwähne die parallele eines artikels exakt eines jüdischen faschisten zum stürmer. da den bogen zu „die juden sind die nazis von heute“ zu spannen, ist schon ein starkes stück

  6. 6 classless 22. Januar 2007 um 3:01 Uhr

    Ganz andere Sache: ist das nicht einfach bloß ein Kommentar, den ein User namens „David Ha’ivri“ beim Herrn Mutante hinterlassen hat? Ich weiß, wie ich meine Kommentare und Freunde dort durchwinke. Vielleicht würde ein Hinweis helfen?

  7. 7 bigmouth 22. Januar 2007 um 10:28 Uhr

    ich bin tatsächlich gar nicht bei myspace, aber wenn ich das richtig interpretiere, muss ihn johnny vorher geaddet haben („Kommentare von Freunden“) – was entweder heisst, dass er sich die leute gar nicht anguckt, oder zu doof ist, das israelische äquivalent der iranischen Mullahs zu erkennen (wofür man ca. 5 sekunden braucht – ich bin da auch komplett zufällig drüber gestolpert, und habe nicht nach so was gesucht oder). oder – was ich auch selbst für unwahrscheinlich halte – er findet das gut

    aber natürlich macht es mir spaß, trottel wie Mutante, der ja nu in jeglicher hinsicht ein absoluter toy ist (dass er seine sachen online stellt, zeigt ein ausmaß von selbstüberschätzung, das wirklich nicht mehr schön ist), internet-öffentlich bloßzustellen

  8. 8 bigmouth 22. Januar 2007 um 10:44 Uhr

    oh, nettes neues detail gefunden, siehe oben!

  9. 9 dissensprinzip 22. Januar 2007 um 14:00 Uhr

    „ich rücke keine “juden” in die nähe der nazis, sondern erwähne die parallele eines artikels exakt eines jüdischen faschisten zum stürmer. da den bogen zu “die juden sind die nazis von heute” zu spannen, ist schon ein starkes stück“

    oh bitte, bigmouth, mach dich nicht albern: wenn es dir um aufschlussreiche(!) paralellenziehung ginge, dann hättest du ebenso gut irgendeine banalrassistische tageszeitung oder halbwegs realitätsgerecht ein rechtsnationales presseorgan aus israel wählen können (propaganda funktioniert doch immer recht ähnlich?) und die paralelle für sich sprechen lassen. aber du kommst nicht aus, ohne – wahrscheinlich sogar weitesgehend marginalisierte – antiarabische xenophobie anno 200X irgendeines israelischen siedlers auf vernichtungsantisemitische massenmobilmachung des nationalsozialismus herunterzubrechen. entweder hast du noch nie einen artikel aus dem „stürmer“ gelesen oder du möchtest bewusst und willentlich eine grenze überschreiten, die du für durchbrechenswert hälst – dass du nun urplötzlich auf iranische mullahs rückbeziehst, lässt diesen schluss durchaus zu. hauptsache, du hast es dem „toy“ mal richtig gegeben, da kann man anschlussfähigkeit bei den genossen der roten fahne ruhig einmal in kauf nehmen.

  10. 10 bigmouth 22. Januar 2007 um 15:21 Uhr

    nun hat Johnny aber halt den typen verlinkt, und dessen seite habe ich mir angeschaut.

    im übrigen: ich kann mir natürlich bei jeder kritik überlegen, wer sie für sich missbrauchen könnte. dann komme ich schnell dazu, jede kritik einzustellen, weil sich jede missbräuchlich verwenden lässt. du lässt ja auch kritik am politischen islam nicht sein, weil die auch von deutschen rassisten missbraucht wird. wäre ja auch ziemlich bescheuert. und in diesem fall wäre es ja noch grotesker: da nimmt sich ein antideutscher (wenn man johnny denn so nennen möchte, er selbst würde es wohl tun) einer besonders radikalen position innerhalb der israelischen gesellschaft an, die 90% der menschen dort ablehnen, das problem soll aber sein, wenn ich das kritisiere…

    im übrigen habe ich meine position noch mal überdacht

  11. 11 dissensprinzip 22. Januar 2007 um 16:44 Uhr

    es ist aber eine fehlannahme, dass kritik völlig unabhängig davon, wie sie geäußert wird, gleichermaßen instrumentalisiert werden kann. ich z.b. behaupte, dass meine kritik am politischen islam (im übrigen bin ich in dieser frage durchaus zurückhaltend, weil ich mich nicht ausreichend für eine umfassende kritik informiert fühle) beiweitem schlechter instrumentalisiert werden kann als z.b. eine von irgendeinem csu-heini. die form gilt es allemal miteinzubeziehen und ich denke dazu bist du allemal in der lage ;-)

  12. 12 lasse reinström 26. Januar 2007 um 14:43 Uhr

    ich find’s geil dass die ad-s sich mit jüdischen rechtsextremisten verbrüdern. in die ecke gehören sie nämlich.

  13. 13 Cialis 10. März 2010 um 21:17 Uhr

    epMn06 Excellent article, I will take note. Many thanks for the story!

  1. 1 Yigal Amir Fanclub | abdel kader Pingback am 25. Januar 2007 um 15:24 Uhr
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