Archiv der Kategorie 'Leben'

denkwürdige dialoge III

oft stellt sich ja die frage, warum man sich eigentlich in der uni engagieren soll. ich finde, dialoge wie folgenden im fachschaftsraum mitzukriegen, sind da schon ein guter grund:

A (männlich): „ich fand baise moi ziemlich scheiße“

J (weiblich) (in total vorwurfsvollem tonfall) „du magst wohl überhaupt keine pornos!“

kuriose fakten?

wenn man schon mal bei so nem netten blogosphären-blödsinn gefragt wird, dann macht man ja auch bereitwillig mit, gehört ja zum guten ton, also:

1) in der echten welt gehöre ich bestimmt so zu den unordentlichsten 10% meiner milieukohorte (bummelstudenten). das heisst schon einiges. merkwürdigerweise habe ich aber bestimmt schon insgesamt mehrere tage meines lebens darauf verwandt, meine mp3-sammlung möglichst ordentlich zu bekommen, alle dateien ordentlich getagged zu haben, ein möglichst sinnvolles system für die ordnerstruktur zu haben usw. meine socken können ruhig 2 monate vor meinem bett rumliegen, aber wehe, ein album ist noch nicht der meiner lieblingsstruktur

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bzw

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unterworfen. wahrscheinlich liegt es daran, dass so ein platonisches ideal auf einer festplatte doch realistischer umzusetzen ist als in der realität. ich bin nämlich bei nervig vielen dingen gleichzeitig perfektionistisch und faul!

2) ich diskutiere viel lieber im netz als im echten leben, weil es mich viel weniger nervt, man genauer formulieren und zitieren kann, und es meist weniger persönlich ist. und man läuft nicht gefahr, angeschrien oder geschlagen zu werden – und das ganze, ohne angezogen sein zu müssen. vorm internet verbringe ich eh mindestens 5 mal so viel zeit wie vor der glotze – ich glaube, ich gucke mittlerweile sogar alleine schon mehr youtube als tv. ob letzteres in zeiten von web 2.0 noch kurios ist, weiß ich aber nicht

3) mehrere jahre lang habe ich ganz vorwiegend Metal gehört, gerne auch ganz obskuren anstrengenden advantgarde-krach-chaos-free/fusion-jazz-kram, der für die meisten leute so angenehm wie ein zahnarztbesuch ist (namedropping: Gorguts, Candiria, John Zorn). ich trug fast nur bandshirts, schwarze armyhosen, stiefel – und sogar einen zopf. vor meinem 20. lebensjahr habe ich keinen schritt getanzt. letztes jahr habe ich sogar noch mit freude die Scorpions live gesehen, und ich mag immer noch bands, die tierköpfe und/oder blut in die menge werfen, rote bühnenbeleuchtung haben und möglichst böse gucken

mittlerweile ist mein musikgeschmack etwas breiter geworden. inzwischen könnte ich mixtapes erstellen, die einfach alle leute hassen, auch und gerade Metalheads

4) ich bin feministischer als die meisten frauen. klingt komisch, ist aber so. und das heisst nicht mal, dass ich besonders feministisch wäre, sondern dass mich im nichtvirtuellen alltag offenkundig sexistische (selbst)zuschreibungen (einparken, schuhe kaufen, frauen und technik usw usf) usw oftmals als einzige person in einer runde stören

5) ich wohne in einer WG, in der ein handelsüblicher bürokopierer im wohnzimmer steht

6) ich habe mit rauchen und kaffee trinken erst jenseits der 21 angefangen , und ich scheine eine der wenigen personen zu sein, für die die wirkung von thc die von nikotin nur recht unwesentlich übersteigt

weiter an negative potential, rocco poloczek, zeankund aftershow

kulla, darkwave

viel samstagabend:

zuerst war ich mit sammelsurium, prometoys und – wie dort festgestellt – jens vom bildschirmarbeitsplatz beim von tofuwurst veranstalteten kulla-vortrag im ödesten essener südwesten. classless‘ zeilen kann ich nur bestätigen – schon putzig, wie die örtliche jungantifa-isf-fankurve mit verweis auf angeblich „materialistische kritik“ mal glatt leugnete, dass es überhaupt jemals ein legitimes interesse daran geben könnte, die handlungen von einzelpersonen in den vordergrund von analysen zu rücken. eigentlich schönster histomat, nur antideutsch gewendet – eine kontingenz findet nicht statt. und wie man ohne verschwörungstheorien al kaida & 9/11 deuten soll, verstehe ich auch nicht – hat da der weltgeist das flugzeug entführt?

anschliessend nach erhellenden straßenbahn-gesprächen döner & alkohol in der essener innenstadt. die rudel junger normalos, die ich nachts immer in der sbahn sehe, halten sich offenbar in vorher in schicken innenstadtbars auf, wo absurderweise best-of-90s-dancefloor-scheiben laufen. ich hätte ja nicht gedacht, Whigfield noch mal irgendwo in der öffentlichkeit zu hören:

weiter ging’s nach bochum langendreer-west. da hab‘ ich im laufe des jahres 2002 so was ähnliches wie tanzen gelernt, idR auf einer sehr netten batcave/punk/wave/goth rock-party, der Pagan Love Songs, die gestern ihren letzten termin hatte (DJ zieht nach berlin, war ja klar – „überhaupt zieh‘n jetzt einige da hin“). ich war bestimmt seit 1,5 – 2 jahren nicht mehr da. es war sehr voll, und ich hatte überraschend viel spaß, habe darüber aber glatt verpeilt, mit irgend jemanden von meinen bekannten dort mehr als 3 minuten zu reden. ich hatte glatt vergessen, warum ich dort nicht mehr hingegangen bin: weil ich bei der art zu tanzen immer in leute reingerannt bin. wenn alle leute auf der tanzfläche ständig 1,5m vor /1,5 m zurück gehen, ist das bei meinem koordinationsvermögen eine echte herausforderung. aber musikalisch war es sehr nett – endlich mal wieder Transmission v Joy Division im club gehört. und zwei mal the smiths…

23c3 & berlin

eine woche berlin und 4 tage ccc-kongress sind eigentlich gute gründe, mit dem bloggen wieder anzufangen. zum cc23c isses fast schon zu spät, da wurde von freunden/bekannten von mir schon einiges relevantes zu gesagt (gute übersicht hier, classless‘ berichterstattung wäre noch zu erwähnen) – und ich habe bisher nich mal technorati bemüht, um mehr zu suchen.

voll und chaotisch war es jedenfalls… (mehr…)

denkwürdige dialoge II

war gestern in meiner alten heimatstadt im ssv bei karstadt. weisses hemd von 15 auf 10 herabgesetzt, ein schild hing dort „bei bereits reduzierter ware werden an der kasse nochmal 30% abgezogen“. an dieser entsponn sich folgender dialog:

ich: das hemd kostet dann 7 €?
kassierer: ja.sie sind von ausserhalb, oder?
ich: ja, ich lebe jetzt in y. wieso?
kassierer (leicht genervt): hab ich mir gedacht, die leute hier können alle keine prozentrechnung