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Adorno, Hegel und das Argument

Über Ingo Elbe bin ich letztens über Hans Albert gestoßen, einen der Mitstreiter Poppers im sogenannten Positivismusstreit. Im Hans Alber-Lesebuch findet sich am Ende ein parodistischer Text aus einem Sammelband für Paul Feyerabend, in dem sich Albert über Feyerabends Rationalismus-Kritik lustig macht. In diesem Kontext zitiert er Adorno über Hegel:

Hegel mißtraut dem Argument tief und mit Recht. Primär weiß der Dialektiker, was später Simmel wiederentdeckte: daß, was argumentativ bleibt, dadurch stets der Widerlegung sich exponiert. Darum enttäuscht Hegel notwendig die Suche nach dem Argument. Schon die Frage nach dem Warum, die der unbewaffnete Leser häufig an Hegelsche Übergänge und Folgerungen zu richten sich bemüßigt fühlt, wo andere Möglichkeiten als die von ihm ventilierten offen dünken, ist ungemäß. […] Das Ideal ist nichtargumentatives Denken. […] Thesen gibt es so wenig wie Argumente; Hegel hat sie als »Spruch« verspottet. Virtuell ist immer eines auch das andere: das Argument die Prädikation dessen, was eine Sache sei, also These; die These urteilende Synthesis, also Argument.

Entspannung des Bewußtseins als Verhaltensweise heißt, Assoziationen nicht abwehren, sondern das Verständnis ihnen öffnen. Hegel kann nur assoziativ gelesen werden. Zu versuchen ist, an jeder Stelle so viele Möglichkeiten des Gemeinten, so viele Beziehungen zu anderem einzulassen, wie irgend sich aufdrängen
(S. 370, Drei Studien zu Hegel)

Passt wie Arsch auf Eimer zu meinem Eindruck von der Hegelei. Und legt vielleicht nahe, warum ich weder aus Hegel noch aus Adorno besonders viel sinnvolles ziehen konnte. Wer vor der Frage steht, ob er sich damit beschäftigen sollte, dem kann ich nur raten: Eher nicht.

hardcore war auch 1986 schon scheiße

eine perle auf youtube: Phil Donahue diskutiert in seiner talkshow mit mitgliedern diverser wichtiger bands, ob ihre erzreaktionären anti-welfare-texte nicht doch ein klein bisschen rassistisch sein könnten:

(via)

kurioses faktum, nachtrag

48 h zu spät: demnächst bin ich irgendwo in einer broschüre als fotomodell auf einer aufnahme zum medizinischem inhalieren (inhalator & handtuch über schüssel) bei atemwegsverstopfung zu sehen

kuriose fakten?

wenn man schon mal bei so nem netten blogosphären-blödsinn gefragt wird, dann macht man ja auch bereitwillig mit, gehört ja zum guten ton, also:

1) in der echten welt gehöre ich bestimmt so zu den unordentlichsten 10% meiner milieukohorte (bummelstudenten). das heisst schon einiges. merkwürdigerweise habe ich aber bestimmt schon insgesamt mehrere tage meines lebens darauf verwandt, meine mp3-sammlung möglichst ordentlich zu bekommen, alle dateien ordentlich getagged zu haben, ein möglichst sinnvolles system für die ordnerstruktur zu haben usw. meine socken können ruhig 2 monate vor meinem bett rumliegen, aber wehe, ein album ist noch nicht der meiner lieblingsstruktur

/%Künstler%/%Künstler% %Jahr% %Name des Albums%/%Künstler% %Tracknummer% %Trackname%

bzw

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unterworfen. wahrscheinlich liegt es daran, dass so ein platonisches ideal auf einer festplatte doch realistischer umzusetzen ist als in der realität. ich bin nämlich bei nervig vielen dingen gleichzeitig perfektionistisch und faul!

2) ich diskutiere viel lieber im netz als im echten leben, weil es mich viel weniger nervt, man genauer formulieren und zitieren kann, und es meist weniger persönlich ist. und man läuft nicht gefahr, angeschrien oder geschlagen zu werden – und das ganze, ohne angezogen sein zu müssen. vorm internet verbringe ich eh mindestens 5 mal so viel zeit wie vor der glotze – ich glaube, ich gucke mittlerweile sogar alleine schon mehr youtube als tv. ob letzteres in zeiten von web 2.0 noch kurios ist, weiß ich aber nicht

3) mehrere jahre lang habe ich ganz vorwiegend Metal gehört, gerne auch ganz obskuren anstrengenden advantgarde-krach-chaos-free/fusion-jazz-kram, der für die meisten leute so angenehm wie ein zahnarztbesuch ist (namedropping: Gorguts, Candiria, John Zorn). ich trug fast nur bandshirts, schwarze armyhosen, stiefel – und sogar einen zopf. vor meinem 20. lebensjahr habe ich keinen schritt getanzt. letztes jahr habe ich sogar noch mit freude die Scorpions live gesehen, und ich mag immer noch bands, die tierköpfe und/oder blut in die menge werfen, rote bühnenbeleuchtung haben und möglichst böse gucken

mittlerweile ist mein musikgeschmack etwas breiter geworden. inzwischen könnte ich mixtapes erstellen, die einfach alle leute hassen, auch und gerade Metalheads

4) ich bin feministischer als die meisten frauen. klingt komisch, ist aber so. und das heisst nicht mal, dass ich besonders feministisch wäre, sondern dass mich im nichtvirtuellen alltag offenkundig sexistische (selbst)zuschreibungen (einparken, schuhe kaufen, frauen und technik usw usf) usw oftmals als einzige person in einer runde stören

5) ich wohne in einer WG, in der ein handelsüblicher bürokopierer im wohnzimmer steht

6) ich habe mit rauchen und kaffee trinken erst jenseits der 21 angefangen , und ich scheine eine der wenigen personen zu sein, für die die wirkung von thc die von nikotin nur recht unwesentlich übersteigt

weiter an negative potential, rocco poloczek, zeankund aftershow

das schönster cover eines beatles-songs überhaupt

Siouxsie & The Banshees – Dear Prudence

EDIT: so, jetzt läuft’s hoffentlich